Ringen ist wohl eine der ältesten Sportarten der Menschheit.

In fast allen Kulturen wurde der Ringkampf ausgeübt. Die ersten Völker, bei denen der Ringkampf eine große Bedeutung hatte, waren die Chinesen, Ägypter, Griechen und Assyrier. Bereits 3000 v. Chr. wird im Gilgamesch Epos von Ringkämpfen berichtet. Die ersten Aufzeichnungen vom Ringkampf waren Zeichnungen in den ägyptischen Tempelgräbern von Beni Hasan (2500 v. Chr.). Diese Zeichnungen zeigen unter anderem auch einige Grundtechniken des heutigen Freistilringens. Homer berichtet in seinen großen Epen "Ilias" und "Odyssee" von solchen Ringkämpfen.

Der Ringkampf in unserem Sinne ist eng mit der griechischen Kultur verbunden. Die uns bekannten Olympischen Spiele fanden von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. statt. Seit 708 v. Chr. soll der Ringkampf Bestandteil des olympischen Programms gewesen sein. Da es keine Gewichtsklassen gab, waren schwergewichtige Athleten bevorteilt. Die Kämpfe endeten mit dem dreimaligen Bodenkontakt eines der Ringer. Ein Olympiasieger stand hoch in Ehren. Er wurde wertvoll ausgezeichnet, hatte kostenlose Ausspeisung im Athener Stadthotel und auf Lebzeiten Steuerfreiheit zu erwarten.

Pythagoras aus Samos (582 - 507 v. Chr.) war oftmaliger Olympiasieger im Ringen. Er gründete in Kroton seine Schule. Die griechische Stadt Kroton in Unteritalien entsandte im 6. Jahrhundert eine Vielzahl erfolgreicher Sportler zu den Olympischen Spielen: Athleten aus Kroton siegten zwischen 588 und 488 v. Chr. bei nahezu allen Olympischen Spielen.

Für die Erfolge Krotons steht v. a. der Ringer Milon, vielleicht der berühmteste Athlet der Antike. Er galt als unbesiegbar und beherrschte die Ringerszene von 540 bis 516 v. Chr. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts errang er sechs Olympiasiege, nachdem er 540 v. Chr. bereits bei den Knabenwettkämpfen gesiegt hatte. Hinzu kamen Siege bei den anderen panhellenischen Spielen (7 in Delphi, 10 bei den Isthmischen Spielen, 9 in Nemea). Er war damit sechsfacher Periodonike. Um die Person Milons rankten sich Legenden: Eine berichtet davon, wie Milon im Kampf gegen das mit seiner Heimatstadt verfeindete Sybaris an der Spitze des Heeres, wie Herakles mit Löwenhaupt bekleidet und Keule schwingend, den Gegner in die Flucht schlug.

Das Ringen war auch im Mittelalter eine Sportart, die sowohl vom Adel als auch von den einfachen Leuten praktiziert wurde. Fabian von Auerswald veröffentlichte im Jahre 1539 in Deutschland seine Schrift über die "Ringerkunst", die im mittelalterlichen Europa zu den "sieben Behendigkeiten"gehörte.

Im 19. Jh. entstanden verschiedene Stile. So der "freie Stil" in England, das "Standringen" in Deutschland, das "Schwingen" in der Schweiz, das "Rankeln" im Pinzgau, das "shoulder and ellbow wrestling" in Amerika und der "französiche" Stil, der in Akademien unterrichtet wurde und die eigentliche Weiterführung des griechisch-römischen Stils bedeutete.1894 erreichte Pierre de Coubertin die Gründung des Olympischen Komitees (IOK) bei dem Pariser Internationalen Kongress für Leibeserziehung. Bei den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen stand das Ringen als eigenständige Disziplin auf dem Programm. 1904 wurde in St. Louis das Freistilringen ins Olympische Programm aufgenommen.

                           

Knabenbeim Freistilringen.                    Ringerpaar beim Ausführen                      Phasen des Ringkampfes.
Grabdes Ptahlotes bei Sakkara
             eines Armzuges mit                                Grabbeilage in den Gräbern
Ägypten, 5.Dynastie,
                            Schulterschwung. Etrust-                        von Beni Hasan Ägypten,
ca. 2650 v. Chr.                                    rische Grabmal in Chiusi                        12.Dynastie um 2000 v. Chr.

 (Quellen: http://www.ringen.at/HTML/Ringen_Geschichte.htm  http://www.ringkampf.at/Pages/mnRingkampf.html)