Ringen heute

lässt sich noch immer mit Homers Charakterisierung am besten beschreiben
 

Kraft und Ausdauer

Gewandtheit

Geschick und Klugheit

 
Ringen
ist nicht zu verwechseln mit dem "Catchen", der amerikanischen Show- und Sonderform des Freestyle-Wrestlings - es hat beim Menschen vielmehr etwas mit Lust zu tun, seine Kräfte auf faire Weise mit anderen zu messen. Aber auch mit dem Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen, die immer wieder in Zweikämpfen ihre Kräfte und geistige Beweglichkeit testen. Ein Prozess, den man in unserer hoch zivilisierten und technisch immer perfekteren Welt fördern sollte.

Ringen.. die spielerische Herausforderung für Körper und Geist
Der Ringkampfsport begleitet die jungen Menschen bei ihrem Reifeprozess. Jungen und Mädchen lernen zunächst die Bewegungsvielfalt zwischen Körper und Geist kennen und werden zu einem verantwortlichen Verhalten gegenüber dem Partner oder schwächeren Mitstreitern angeregt. Bevor die Kids entsprechend den Wettkampfregeln ausgebildet werden, steht die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten im Vordergrund, jeweils im Einklang mit der Ausbildung technischer Fertigkeiten.

Einfache Regeln
Ringen ist eine "faire" und statistisch nachgewiesene "verletzungsarme" Sportart. Einfache Wettkampfregeln, partnerschaftliches Bewusstsein und sportliche Fitness der Athleten tragen mit zum guten Image bei. Die Regeln zielen darauf hin, den Gegner mit der erlernten Technik vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Die einzelnen Techniken werden vom Kampfrichter gewertet. Wer am Ende der Kampfzeit die meisten Punkte gesammelt oder vorher seinen Gegner mit beiden Schultern auf der Matte festgehalten hat, ist der Sieger. Je nach Stilart - "Griechisch-römischer Stil" oder "Freier Stil" - sind eingeschränkte oder erweiterte Griffmöglichkeiten gestattet.

Geschicklichkeit
...ist eine der wichtigsten Voraussetzungen beim jungen Kampfsportler. Diese und andere Eigenschaften sind nicht einfach da, sondern müssen schon vom Kindesalter an erkannt und gefördert werden. Geschulte Übungsleiter und Trainer für die Ausbildung und Betreuung der jungen Menschen stehen in Ringervereinen zur Verfügung, sie verfügen über eine Fülle von Übungen, Spiel- und Kampfformen, die je nach Leistungsvermögen ausgewählt werden können. Unter Berücksichtigung pädagogischer Kriterien und der individuellen Entwicklung des Mädchens oder des Jungens werden die Kids an Wettkämpfe herangeführt.
 

Olympische Tradition
Ringen ist ohne Zweifel eine der ältesten Kampfsportarten. Ausgehend von den klassischen Mittelmeer- und früheuropäischen Bauernkulturen des Nordens, genossen erfolgreiche Kämpfer hohes Ansehen, dienten sie doch als geschickte Krieger und Taktiker zu Leitbildern für die Jugend.

Das Mannschaftsringen
Es entwickelte sich für Mannschaften ein Ligasystem, bei denen heute Vereine, in unterschiedlichen Leistungsklassen geordnet, gegeneinander antreten. So existieren verschiedene Ligen von der Bundesliga bis zur Nationalliga. Die Wettkampfsaison für Mannschaften beginnt im September und endet je nach Anzahl der Klubs in einer Liga im Dezember. Die Platzierungen an der Spitze oder am Ende der Tabelle entscheiden über den Auf- und Abstieg einer Mannschaft.

Vereine
stellen auf Basis eines erweiterten Breitensportprogrammes mit der Ergänzung durch ein Leistungssportangebot durchaus eine denkbare Teillösung dar, um den heute vorliegenden Jugendproblemen wie

¨ motorischen und koordinativen Mängeln in Folge von Bewegungsmangel
¨ fehlendem sozialen Verhalten in der Gruppe
¨ Gewalt unter Jugendlichen und
¨ Jugendkriminalität

entgegenzuwirken. Hierzu zählt auch die Sportart Ringen, die heute leider oft mit dem im Fernsehen verbreiteten Catchen verwechselt wird und deshalb in der Gesellschaft auf viele Vorurteile stößt. Dabei stellt sich diese faire Sportart zunehmend als geeignetes Freizeitvergnügen zum Aggressionsabbau bei Jugendlichen heraus, sofern es durch entsprechend geeignete Vereine betrieben wird. Inzwischen existieren zahlreiche Ringervereine, die vorbildliche Jugendarbeit betreiben, und unter deren Leitung sich Ringen als Idealsport herauskristallisiert.
Unsere Jugendliche handeln so, wie sie als Kinder von uns geprägt wurden. Kinder und Jugendliche haben in der heutigen Zeit immer weniger Möglichkeiten, ihre natürlichen Bedürfnisse (insbesondere Bewegungsdrang, Selbsterfahrung und Abenteuerlust) ausleben zu können und ihre eigenen Grenzen zu erfahren. Sie suchen nach Herausforderungen, Orientierung und Perspektiven und finden oftmals in Jugendgruppen Möglichkeiten zur Selbstbestätigung. Fehlende Erfolgserlebnisse und die Reizüberflutung durch die Medien in einer immer langweiliger und restriktiv empfundenen und von sozialer Kälte dominierten Umwelt führen jedoch dazu, dass einige Jugendgruppen nur noch in extremen Grenzüberschreitungen (kriminelle oder gewalttätige Handlungen, Drogenmissbrauch) eine Identifizierungsmöglichkeit sehen.
Ringen, im Verein oder in den Schulen organisiert, kann diesen Ursachen entgegenwirken und zumindest einigen Jugendlichen Alternativen bieten. Das Bestreben der Jugendlichen, ihre Kräfte mit anderen zu messen, wird hier gezielt von ausgebildeten Trainern aufgegriffen und entsprechend kanalisiert.

Die Ausübung dieser Sportart eröffnet den Kindern und Jugendlichen:

¨  positive Gemeinschaftserlebnisse
¨  die Identifikation mit der Schule oder mit dem Verein
¨  Mitgestaltungschancen im Verein oder in der Schule, beim Training oder bei Turnieren
¨  die Vergrößerung und Intensivierung von Kontakten
¨ die Erfahrung, respektiert und nicht ausgegrenzt zu werden, und die Erfahrung, auch ohne
    gewalttätige Aktionen gegen andere oder sich selbst im Blickpunkt öffentlichen Interesses 
    zu stehen. 

Des Weiteren vermittelt Ringen Kindern und Jugendlichen verantwortungsvolles Verhalten gegenüber dem Partner und ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet. In den USA wird Ringen schon seit Jahrzehnten an den Schulen und Universitäten aktiv betrieben. „Ringen für alle Kinder, weil es Spaß macht und Bewegungsgrundlagen fördert" heißt dort sinngemäß der Slogan. Ringen ist hier mit einem spezifischen Reglement und eigenen Techniken integriert, weil man den hohen Erziehungs- und Bildungswert dieses Sportes erkannt hat.