Kampfzeit - Altersklassen - Gewichtsklassen - Punktwertung -                         
        Bewertung von Griffaktionen - Angeordneter Kontakt (Clinch/Zwiegriff)     


A
chtung: Diese Regeln stellen nur einen kleinen Teil der offiziellen Wettkampfregeln dar. Die aktuellste Version der FILA bzw. des ÖRSV erhalten Sie auf den offiziellen Webseiten des ÖRSV
www.ringkampf.at  unter Reglement.

Kampfzeit
 
Alle Altersklassen:
Bei allen Wettkämpfen wird bei der Zeitanzeige obligatorisch aufsteigend von 0 bis 2 Minuten gezählt. Ein Lampe in der Farbe des betreffenden Ringers muss den Sieger jeder Kampfrunde anzeigen und das Ergebnis jeder Kampfrunde muss auf der Anzeige verbleiben.

Die Dauer der Kämpfe ist wie folgt festgelegt: 3 Kampfrunden à 2 Minuten. Am Ende jeder Kampfrunde muss ein Sieger erklärt werden. Gewinnt ein Ringer zwei Kampfrunden, ist er Sieger des Kampfes. Kann der Sieg nach zwei Kampfrunden erklärt werden, entfällt die dritte Kampfrunde.

Der Schultersieg beendet den Kampf automatisch, ungeachtet der Kampfrunde, in der er erfolgt. In dem Ausnahmefall, dass im freien Stil die Kampfrunde mit 0:0 endet, wird am Ende der regulären Zeit ein Kontakt angeordnet. Der angeordnete Kontakt dauert höchstens 30 Sekunden.

Im gr. röm. Stil besteht eine Kampfrunde aus 1 Minute Standkampf und 2 x 30 Sekunden angeordneten Bodenkampf (siehe Extra-Ausführungen)
 Auch im Mannschaftskampf beträgt die Kampfzeit 3 Kampfrunden à 2 Minuten. 

Bei Anfängerturnieren Kampfzeit 1 x 3 Minuten.

  
Altersklassen  für die österreichischen Meisterschaften
             
Schüler B           9 - 11 Jahre 
Schüler A         12 - 14 Jahre
Kadetten          14 - 17 Jahre 
Junioren           15 - 20 Jahre
Senioren          ab   15 Jahre
Schülerinnen      9 - 14 Jahre
Frauen             ab   15 Jahre
                                                           Für die Altersbestimmung ist der Jahrgang entscheidend!
 
Gewichtsklassen für die österreichischen Meisterschaften
 
Senioren
Junioren
Kadetten
Schüler A
Schüler B
Frauen
Mädchen
Mindestgew.    49
National
43
National
38
National
30
National
25

41

25
 
 
 
 
 
 
28
55
47
42
33
27
48
30
60
50
46
37
29
51
32 
 66
55
50
41
32
55
34
74
60
54
45
35
59
37
84
66
58
50
38
63
40
96
74
63
55
42
67
44
120
84
69
60
47
72
48
 
96
76
66
55
 
52
 
120
85
73
 
 
57
 
 
 
85
 
 
62
 
 Die Alters- und Gewichtsklassen variieren von Turnier zu Turnier und werden vom Veranstalter festgelegt.
 
Punktwertung
        
Bei Mannschaftskämpfen:
  a) Schultersieg, kampflos, Aufgabe, Übergewicht, Disqualifikation: 4:0 Punkte
  b) Sieg mit technischer Überlegenheit in 2 Runden: 4:0 oder 4:1 Punkte
  c) Sieg nach Runden: Punkteverteilung je Rundengewinn (3:0, 3:1 Punkte)
  d) Disqualifikation beider Ringer: 0:0 Punkte
 
Bei Einzelkämpfen:
Alle Ringerwettkämpfe laufen nach dem System der direkten Eliminierung ab, mit Hoffnungsrunde für die Verlierer gegen die Finalisten. Rundensieger ist der Ringer, der am Rundenende mehr Punkte als sein Gegner hat. Gesamtsieger ist der Ringer, der als erster zwei Runden für sich entscheidet oder den Gegner schultert. Der Ringer, der bei Gleichstand den letzten Punkt erzielt hat, gewinnt die Runde. Beim Stand von 0:0 wird ein Zwiegriff angeordnet (s. Zwiegriff).
  
Bewertung von Griffaktionen
             
 1 Punkte erhält der Ringer
  ¨   der seinen Gegner zu Boden bringt und beherrscht (Zu beachten: der Untermann muss mit
        2 Armen und 1 Knie oder mit 1 Arm und 2 Knien die Matte berühren).
   ¨     der von der Unter- in die Oberlage kommt und seinen Gegner beherrscht
¨     der seinen Gegner mit dem Rücken zur Matte bringt, wobei sich dieser mit gestreckten Armen abstützt.
¨     dessen Gegner vor einem Angriff von der Matte flüchtet, einen verbotenen Griff oder eine Brutalität anwendet (plus Verwarnung des Gegners).
¨     der seinen Gegner für fünf oder mehr Sekunden in einer gefährlichen Lage hält.
¨      im Interesse publikumswirksamer Aktionen von hohem technischen Wert, die beim Abheben vom Boden so ausgeführt werden, daß der Gegner den Kontakt zur Matte verliert (Amplitude).
¨     dessen Gegner die Mattenfläche (rote Zone) nach außen verlässt.
 
2 Punkte erhält der Ringer
   ¨     wenn er seinen Gegner im Bodenkampf mit einem gültigen Griff in die gefährliche Lage oder
        zum Momentschulterfall bringen kann.
¨     wenn der Gegner bei der Griffausführung selbst mit beiden Schultern die Matte berührt (Momentschulterfall).
¨     wenn der Gegner die Griffausführung durch eine Regelwidrigkeit verhindert (plus Verwarnung des Gegners).
¨     wenn er seinen Gegner bei der Ausführung eines Griffes in der gefährlichen Lage blockieren kann (Konter).
 
 3 Punkte erhält der Ringer 
  ¨      wenn er seinen Gegner aus dem Stand sofort in die gefährliche Lage bringen kann.
  ¨      wenn er seinen Gegner im Bodenkampf abhebt und mit einem Griff sofort in die gefährliche
        Lage bringen kann.
¨     wenn er seinen Gegner durch einen Griff mit großer Technik (Amplitude) in die Bauchlage wirft.
  
 5 Punkte erhält der Ringer
   ¨     der seinen Gegner mit einer großen Amplitude (über Kopf) vom Stand direkt in eine
        gefährliche Lage bringt.
 
Ist nach Ende der ersten Kampfhälfte noch kein Punkt gefallen, gehen die Ringer einen sog. Zwiegriff (angeordneter Kontakt) ein, bei dem derjenige verwarnt wird und einen Punkt abgibt, der den Griff zuerst löst, sofern er nicht sofort eine Aktion daraus gestaltet.
   
Angeordneter Kontakt (Clinch/Zwiegriff)
          
Es muss zwischen dem angeordneten Kontakt im Freistil und im griechisch-römischen Ringkampf unterschieden werden, da er zwei verschiedene Funktionen hat.
  
Angeordneter Kontakt im Freistil
   ¨     Wenn im Freistil die Kampfrunde ohne technische Punkte 0:0 endet, wird am Ende einer
        Kampfrunde (nach der regulären Kampfzeit von 2 Minuten) Kontakt angeordnet, um den
        Sieger zu bestimmen. Der erste erzielte technische Punkt bestimmt den Sieger.
¨     Der Kampfrichter nimmt die Verlosung vor, um den Ringer zu bestimmen, das als erster fasst.
¨     Der Losverlierer stellt ein Bein in den zentralen Innenkreis der Matte, das andere Bein außerhalb des Kreises.
¨     Der Losgewinner bestimmt durch Erklärung gegenüber dem Kampfrichter das Bein (rechts oder links), das in den zentralen Innenkreis zu stellen ist. Dann nimmt der Gewinner der Auslosung die von ihm gewünschte Position mit Fassen dieses Beines durch beide Arme ein, in der von ihm gewünschten Position, wobei sich sein Kopf außerhalb der Beine seines Gegners befindet.
¨     Der Ringer oben muss seine Hände auf die Schultern seines Gegners legen. Wenn die Position korrekt eingenommen wurde, pfeift der Kampfrichter, und der Kampf kann beginnen.
¨     Der erste erzielte Punkt unterbricht den Kampf und bestimmt den Sieger.
¨     In dem Fall, dass derjenige, der die Auslosung zum Zwiegriff gewonnen hat, am Ende der 30 Sekunden keinen technischen Punkt erzielt hat, wird, erhält sein Gegner einen technischen Punkt und ist Sieger der Kampfrunde.
 
Angeordneter Kontakt im griechisch-römischen Ringkampf
   ¨     Im gr. röm. Stil besteht eine Kampfrunde aus 1 Minute Standkampf und 2x30 Sekunden
        angeordnetem Bodenkampf.
¨     Der Kampf beginnt im der Mattenmitte im Stand. Die Ringer können alle möglichen Aktionen  durchführen.
¨      Nach einer Kampfminute unterbricht der Kampfrichter den Kampf und ordnet den Bodenkampf an. Der zu diesem Zeitpunkt führende Ringer (nach den Kriterien zur Feststellung des Sieges einer Kampfrunde lt. Artikel 32) fasst als Obermann zuerst.
¨     Hat keiner der beiden Ringer einen technischen Punkt erzielt, lost der Kampfrichter aus. Der Ringer, der die Auslosung gewinnt, fasst als Obermann zuerst.
¨     Der zu Boden geschickte Ringer kniet sich in den zentralen Kreis, die Hände befinden sich ebenfalls im Kreis. Der Abstand zwischen seinen Händen und Knien beträgt 20 cm und der Abstand zwischen den Händen beträgt maximal 30 Zentimeter. Die Arme müssen gestreckt sein, die Füße nicht gekreuzt, und die Oberschenkel gestreckt und bilden mit der Matte einen Winkel von 90°.   
 
Nach jedem Regelverstoß durch den Ringer "am Boden" während des angeordneten Kontakts im griechisch-römischen Ringkampf wird der schuldige Ringer mit einer Verwarnung bestraft und sein Gegner erhält 1 oder 2 Punkte. Der Kampf wird erneut in der Zwiegriffposition am Boden fortgesetzt. Erfolgt der Regelverstoß durch den Ringer in der „Bodenposition“, nachdem der Zwiegriff gelöst wurde, dann wird dieser mit einer Verwarnung bestraft, sein Gegner erhält 1 oder 2 Punkte und der Kampf wird in der der Bodenposition durch angeordnete Bodenlage fortgesetzt. Gelangen beide Ringer in die Standposition, nachdem sie den Zwiegriff gelöst haben, und verhindert ein Ringer einen Angriff, indem er einen Fehler begeht, wird er mit 1 Verwarnung bestraft, sein Gegner erhält 1 oder 2 Punkte und der Kampf wird bis zum Ende der 30 Sekunden im Stand fortgesetzt.