Ungarn - Nagykanizsa

26.03.2011

Ein Österreicher auf dem Stockerl: Emre Kaya holte sich einen 3. Platz beim ungarischen Qualifikationsturnier in Nagykanizsa.

Ungarn - Nagykanizsa
146 Starter aus Ungarn, Rumänien, Austria!

Wenn man zu einem Turnier fährt, will man siegen, aber muss auch daraus lernen können.
 
Unsere Sportler haben gegeben was sie konnten, doch wo ein Ungar zugreift, gibt es fast kein Entkommen mehr. Mit wenigen, aber gut durchgeführten Griffen, machten sie den Wolfurter Ringern das Leben schwer. Nicht das Können fehlt den jungen Athleten, nein es ging meist nur um ihre Einstellung, ihre Härte, aber auch die Kraft.
 
Sie haben gut gekämpft, aber die Jungs aus Ungarn waren körperlich robuster und stärker.
Sie setzten ihre Techniken konsequenter ein und waren mental überlegen. Die Einstellung geht was schief, mach ich einfach weiter, das macht den Siegringer aus. Nicht aufgeben, wenn eine Aktion gekontert wird, die nächste durchführen, so den Gegner mürbe machen, ihn beherrschen, den eigenen Kampfstil aufzwingen und schon ist man wieder auf der Straße der Sieger.
 
Ungarn war eine Reise wert. Es war zwar eine lange Fahrt, aber dafür wurden wir herzlich aufgenommen, durften ein super organisiertes Turnier erleben und mit neuen Erfahrungen sowie Eindrücken nach Hause kommen. Wir alle haben was gelernt!
 
Unsere Helden von Ungarn: Lukas Bernhard, Alexander Fritsche, Benjamin Braun, Sebastian Fritsche und Emre Kaya.
 
Ein Danke an Trainer János und die Fahrer Willi und Wiff, durch deren Einsatz wir alle ein anstrengendes, aber tolles Wochenende erleben durften.


Bericht von János Vadas

Wir nahmen am Wochenende an einem starken ungarischen Turnier teil. Ich war vor der Fahrt schon neugierig, weil ich die Schüler aus diesem ungarischen Gebiet bisher nicht so gut kennen gelernt habe.
Später, als wir die Kämpfe sahen, konnten wir einen großen Unterschied bemerken: Die Gegner waren einfach körperlich stärker. Sie machten nichts Besonderes und komplizierte Techniken waren auch nicht typisch für sie.
Es war für mich eine kleine Überraschung, dass sie meistens griechisch-römische Techniken durchführen wollten. Schulterschwung, Kopfhüftschwung, Schleuder, Aufreißer…usw. Deswegen habe ich mit verschiedenen Trainern gesprochen und sie hatten fast alle die gleiche Meinung: „Man muss im Freistilringen nicht unbedingt Beinangriffe machen. Diese Technik ist nur eine Möglichkeit um Punkte zu sammeln. Wenn man eine andere (eigene) Taktik erfolgreich durchführen kann, ist der Beinangriff gar nicht notwendig.“
 
Neben den körperlichen Fähigkeiten müssen wir noch den Kampfgeist festigen. Die Gegner waren meistens im Kopf stärker. Sie wollten ihre eigenen Techniken schon ganz am Anfang zur Geltung bringen und durch ihre Kraft waren sie (Auffällig in 32kg Klasse) besonders erfolgreich. Unsere 3 Ringer in der 32kg Klasse waren noch körperlich zu schwach, weil sie mit ihren 30kg an der Untergrenze lagen. Lukas, Benjamin, und Alex brauchen noch viel Kraft und Selbstvertrauen. Das können wir am Training relativ einfach verbessern. Sebastian Fritsche hat bei 46kg gut gekämpft, obwohl er gegen den ungarischen Meister eine knappe Niederlage hinnehmen musste. Bei ihm müssen wir seine körperlichen Fähigkeiten unbedingt verbessern, weil er in der Zukunft mit den Kadetten mittrainieren sollte. Emre holte den 3. Platz, der in diesem Feld ein schönes Ergebnis ist. Der Beinangriff ist seine Stärke, damit sichert er sich aus dem Stand immer wieder wichtige Punkte. Seine Bodentechniken müssen wir unbedingt verbessern.
 
Dieses Turnier war eine gute Erfahrung und brachte klare Einblicke in den Trainingsstand der Ringer, so dass wir gezielt mit unserer Arbeit weiter machen können. Jetzt wissen wir wo es fehlt und wo wir verstärkt ansetzen müssen.
 
Vielen Dank für die Hilfe von Willi, Winfried und Gerhard, die immer hilfsbereit waren und mir damit meine Arbeit erleichtert haben.